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Die Chaîne Thüringen auf Reisen

Dornburg und Eckolstädt am 22. August 2020: Inmitten von Weinbergen, auf einem Muschelkalkfelsen, erheben sich die Dornburger Schlösser hoch über dem Saaletal. Die drei Schlösser - das Alte Schloss, das Rokokoschloss und das Renaissanceschloss - werden durch blühende Gärten unterschiedlicher Stile miteinander verbunden. Das Ensemble war im 19. Jahrhundert bevorzugte Sommerresidenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach und geschätzter Aufenthaltsort Johann Wolfgang von Goethes.

Die russische Großfürstin Maria Pawlowna „höchstselbst“ unternahm mit uns bei schönstem Sommerwetter eine Zeitreise und führte uns durch die herrschaftlichen Gemächer Ihrer Familie. Die Enkelin väterlicherseits der Zarin Katharina der Großen hatte 1804 den Erbprinzen Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach geheiratet. Sie gewährte uns einen Einblick in viele Familiengeschichten, plauderte über Goethes Gewohnheiten und erzählte die eine oder andere Anekdote. Maria Pawlowna verfügte nicht nur über erheblichen politischen Einfluss, sondern auch über große finanzielle Mittel. So wurde sie zu einer bedeutenden Persönlichkeit für die kulturelle Entwicklung Weimars, wo sie seit ihrer Vermählung lebte.

Wir danken der reizenden Julia Birlo-Petzke, die uns durch die Schlossanlagen führte und die vergangenen Zeiten nahe brachte.

Beseelt von der Atmosphäre dieses einzigartigen Schlossensembles kehrten wir in unsere moderne Zeit zurück und in das Restaurant Venerius im nahe gelegenen Eckolstädt ein. Hier vermochte Küchenchef Felix Thomas mit seinem sorgfältig abgestimmten Menü den Zauber der Dornberger Schlösser fortzusetzen.

Wir wurden auf der Sommerterrasse herzlich mit prickelndem Champagner begrüßt. Gestartet wurde mit Involtini vom Perlhuhn, Gurkensorbet, Chorizo-Soße und Olivenbubble. Es folgte ein feines, außerordentlich köstliches Parmesan-Schaum-Süppchen mit rotem Pesto. Als Hauptgang standen ein Pollack-Filet mit Steinpilzen und Sommertrüffeln oder Surf and Turf vom Kalbsfilet zur Wahl. Den süßen Abschluss dieses wundervollen Sommertages bildete eine Kaffee-Zitronen-Schnitte, mit Lavendeleis und karamellisierten Walnüssen. Verschiedene Saale-Unstrut-Weine rundeten das Menü ab.

Die schwarze Brigade umsorgte uns den ganzen Abend äußerst zuvorkommend und freundlich. Wir fühlten uns wie Gäste am Tisch der Großherzöge.

 

Text u. Fotos: Kristina Trierweiler, Vice Chargée de Missions